|
Der Sturz des
Friedrich Voss
|
Der Sturz des Friedrich Voss
"Das Zentrum ist nicht nur Friedrich
Voss, vielmehr die Wunde, die er und - damit untrennbar verbunden
- das politische System in den Biographien der nachfolgenden
Generation hinterlassen. Wir lesen - so wird immer deutlicher
- nicht nur einen Wende-, vielmehr einen Nachwenderoman, der
in der Gegenwart längst nicht aufhört.
Je mehr Informationen über Voss ans Licht treten, desto weniger
greifbar wird dieser Mann. Ein Gespenst der Geschichte, das
abtritt, bevor man es zu allem befragen könnte. Es bleiben
nur Szenen eines ausschweifenden Lebens, zum Leben erweckte
Schwarzweißfotografien. Es bleibt dem Leser überlassen, sich
für ein Bild zu entscheiden. Voss blitzt als Mensch kurz auf,
droht aber am Ende hinter dem Netz, das er selbst spann, zu
verschwinden.
Die letzten Jahre zeigen ihn depressiv und eingekapselt. Ratlos
hält man die Todesanzeige in den Händen. Die Familie lässt
darauf diesen Satz drucken: "Die heute Opfer sind, werden
morgen anklagen." Klage. Aber auch Anklage? Ralph Hammerthaler
fächert die Kernfrage in Kommentaren und Schilderungen auf,
die sich zuweilen widersprechen. Das große Personal dieses
Romans und die persönliche Befangenheit der Sprechenden machen
es letztlich unmöglich, Täter-Opfer-Kategorien anzuwenden."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Hammerthaler begibt sich tief hinein in die
Uneindeutigkeiten seiner ostdeutschen Figuren, er hat dabei
keine Scheu vor drastischen und derben Elementen, das gibt
diesem Roman einen rustikalen, etwas altmodischen Charme.
Immer näher rückt beim Lesen eine Figur, Hermann Voss, der
sich am Ende als Erzähler des ganzen Romans herausstellt.
Seine Suche nach dem toten Vater, nach den Motiven hinter
seinem Sturz, ist der stille, starke Motor des Buches."
Deutschlandradio Kultur
>>> mehr...
|